Die Versorgungslücke mit einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung schließen

Auch nach der Rentenreform wird die Rente wegen Erwerbsminderung die Versorgungslücke nicht schließen können. Wer diese Rentenart in Anspruch nehmen muss, kann mit bis zu 40 Prozent seines bisherigen Bruttoeinkommens rechnen. Allerdings nur bei einer vollen Rente. Bei einer teilweisen Erwerbsminderungsrente werden in etwa 20 Prozent des letzten Bruttogehalts auf das Konto überwiesen. Zwar gibt es für alle Neurentner ab dem 1. Juli 2014 Verbesserungen, die aber trotzdem nicht ausreichen, um den Verdienstausfall zu kompensieren. Außerdem ist vom Gesetzgeber gemachte Unterscheidung zwischen ehemals „Berufsunfähigkeit“ und seit 2001 „Erwerbsunfähigkeit“ von Bedeutung. Viele Versicherte, die eine Erwerbsminderungsrente beantragen, sind berufsunfähig und daher auch nicht in der Lage in einem vergleichbaren oder zumutbaren Beruf ersatzweise zu arbeiten.

Wer nach 1960 geboren ist und vor Vollendung des 63. Lebensjahres im Erwerbsminderungsfall als kinderloser Lediger zum Beispiel:

  • 2.000 Euro brutto verdient und davon einen Nettolohn von 1.300 erhalten hat, wird eine volle Erwerbsminderungsrente von 680 Euro erhalten.
  • Bei einem Verdienst von 4.000 Euro Brutto und einem Nettogehalt von 2.200 Euro ist eine voll Erwerbungsminderungsrente von 1.360 Euro zu erwarten.

Die beiden Beispiele zeigen, dass es notwendig, mit einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung die Lücke zwischen dem bisherigen Lohn und der Rente zu schließen.

Jährlich stellen 350.000 Menschen einen Antrag auf eine Erwerbsminderungsrente

In Deutschland stellen jährlich rund 350.000 Arbeitnehmer einen Antrag auf eine EM-Rente aus Gründen verminderter Erwerbsfähigkeit. Eine psychische oder körperliche Erkrankung sind ebenso die Gründe wie die Folgen eines Unfalls. Rund 90 Prozent der betroffenen Menschen beantragen die Rente wegen voller Erwerbsminderung. Häufig genannte Erkrankungen sind sowohl Rückenleiden als auch Krebs, Herz- und Kreislauferkrankungen. Demnach trifft die Erwerbsunfähigkeit nicht nur Menschen, die Berufe mit einem höheren Risiko ausüben. Wer dem Arbeitsmarkt noch mindestens drei Stunden täglich zur Verfügung steht, muss unter Umständen eine schlechter bezahlte Tätigkeit ausüben. Die Qualifikation und der zuletzt ausgeübte Job des Erkrankten spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Gegen die finanziellen Folgen absichern

Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung sichert die finanziellen Folgen beim Verlust der Arbeitskraft aus. Im Gegensatz zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist sie erheblich günstiger, da bestimmte Berufe nicht in eine höhere Beitragsklasse eingruppiert werden. Außerdem gibt es Berufe, für die im Fall einer Berufsunfähigkeit kein Versicherungsschutz angeboten wird. Das trifft zum Beispiel Personen, die als Musiker, Maler oder Schauspieler künstlerisch tätig sind. Für diese Berufsgruppen ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung ebenfalls die kostengünstige Alternative. Vielfach ist nicht eindeutig, ob eine verminderte oder volle Erwerbsunfähigkeit von Dauer ist. Bei einer privaten Versicherung gilt die Erwerbsunfähigkeit in der Regel dann als eingetreten, wenn der Versicherte sechs Monate ununterbrochen erwerbsunfähig war. Die Leistungen werden rückwirkend ab dem Beginn der Erwerbsunfähigkeit gezahlt.