Wie wird die Rente wegen Erwerbsminderung berechnet?

Eine Erwerbsminderung aus psychischen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen tritt in den meisten Fällen vor dem 60. Lebensjahr ein. Als Grundlage für die Rentenhöhe werden die Versorgungspunkte genommen. Bei der Berechnung der Erwerbsminderungsrente sind es folgende Punkte, die beachtet werden:

  • Die Versorgungspunkte bis zum Beginn der Rente wegen Erwerbsminderung.
  • Eventuelle Bonuspunkte, die aus Überschüssen auf dem Rentenkonto vorhanden sind.
  • Falls bei Eintritt der Erwerbsminderung eine Pflichtversicherung, so werden dem Versicherten bis zum 62. Lebensjahr für jeweils 12 Kalendermonate die Versorgungspunkte hinzugerechnet.
    Die Auszahlungshöhe hängt vom bisherigen Bruttoeinkommen und von den Versicherungsjahren ab. Ein Unterschied besteht auch darin, ob jemand in den neuen oder in den alten Bundesländern arbeitet oder gearbeitet hat.

Rente auf Zeit

Die Erwerbsminderungsrente oder auch EU Rente ist eine Rente auf Zeit. Sie wird zunächst für höchstens drei Jahre bewilligt. Danach muss sie erneut beantragt werden. Erst ab dem 63. Lebensjahr wird die volle Rente ausgezahlt. Seit 2012 wird diese Altersgrenze schrittweise auf das 65. Lebensjahr angehoben. Diese Altersgrenze ist im Jahr 2024 erreicht. Wie jetzt der Versicherte vor dem 63. Lebensjahr Abschläge in Kauf nehmen, trifft dies dann auch für alle Bezieher einer Erwerbsminderungsrente unter 65 Jahren zu.

Pro Monat werden 0,3 Prozent abgezogen. Der Abschlag darf aber maximal nur 10,8 Prozent betragen. Wer die Erwerbsminderungsrente selbst ausrechnen will, benötigt die Entgeltpunkte, die wiederum mit den Jahren multipliziert werden, in den der Versicherte in die Rentenkasse eingezahlt hat.

Dann wird noch die Zurechnungszeit berechnet. Jetzt fehlt nur der aktuelle Rentenfaktor, der jährlich angepasst wird. In den alten Bundesländern beträgt er aktuell 28,14 Euro (2014) und in den alten 25,74 Euro. Beitragszeit und Zurechnungszeit werden addiert und mit dem Rentenfaktor multipliziert. Von der Summe wird der entsprechende Abschlag abgezogen. Von dieser Bruttorente müssen die Sozialabgaben wie Kranken- und Pflegeversicherung subtrahiert werden.

Wer das 27. Lebensjahr vollendet hat, erhält von der Deutschen Rentenversicherung jährlich Informationen über seine Rente. Darin enthalten sind auch die genauen Daten zur Höhe der Erwerbsminderungsrente. So kann jeder selbst entscheiden, ob und wie er die Versorgungslücke schließen will.